Colli Orientale del Friuli

DOC für eine breite Palette von Rot-, Rosé- und Weißweinen in der italienischen Region Friaul-Julisch-Venetien; nahe der Grenze zu Slowenien und Österreich. Der Name bedeutet „östliche Hügel von Friaul”. Die Reben profitieren von den gegenläufigen Winden zwischen Alpen und Adria. Die mengenmäßig wichtigste Appelation ist die DOC Grave del Friuli. In dieser relativ flachen Ebene ist der meiste Wein ein leichter und fruchtiger Verschnitt aus roten Bordeaux-Sorten. Das Renommee des Gebietes ist der Refosco – mit Aromen nach roten Beeren und eher schroffen Tanninen, die jedoch beim Reifen saftige Pflaumen- und Bitterschokoladenaromen ergeben.
Die beste Reputation genießen die Weißweine aus den Bergen. Die Zone umfasst insgesamt 14 Gemeinden in der Provinz Udine, die halbmondförmig um die Hauptstadt Udine gruppiert sind. Der Bereich mit etwa 2.100 Hektar Rebfläche erstreckt sich in Form einer langgezogenen Hügelkette am Rande der Ebene von Udine von Buttrio im Süden bis Tarcento im Norden. Im Süden schließt die Region Collio Gorizia in der Provinz Gorizia (Görz) an, die Grenze bildet der Fluss Judrio. Beide geologisch gesehen ähnlichen Bereiche gehörten einstmals zum österreichischen Habsburger-Reich. Während aber Udine schon im Jahre 1866 italienisch wurde, kam Gorizia erst nach dem Ersten Weltkrieg Anfang der 1920er-Jahre zu Italien dazu. Es gibt die vier Subzonen: Cialla, Ramandolo, Rosazzo und (seit 2010) Schioppettino di Prepotto. Der Boden besteht aus kalkhaltigem Mergel und Sandstein, die Weingärten sind oft terrassiert.
Die reinsortigen Weine müssen zumindest 85% der jeweiligen Sorte enthalten, die restlichen 15% können zugelassene Sorten der gleichen Farbe sein. Dies sind die Typen Cabernet (aus Cabernet Franc und/oder Cabernet Sauvignon), Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Chardonnay, Malvasia, Merlot, Picolit, Pignolo, Pinot Bianco, Pinot Grigio, Pinot Nero, Refosco dal Predundolo, Ribolla Gialla, Riesling (aus Riesling Renano), Sauvignon, Schioppettino, Tazzelenghe, Tocai Friulano, Traminer Aromatico und Verduzzo Friulano. Bianco, Rosso und Rosato werden in beliebiger Mischung bzw. Verwendung einer oder mehrerer zugelassener weißer bzw. roter Rebsorten produziert. In den abgegrenzten Subzonen Cialla und Rosazzo werden teilweise dieselben Weine erzeugt, diese dürfen zusätzlich den Namen der Subzone am Etikett führen. Alle Weine werden zumindest Secco (trocken) ausgebaut, einige auch in Amabile (halbsüß) und Dolce (süß). Von zahlreichen dieser Weine gibt es auch alkoholstärkeren Superiores und länger gelagerten Riservas.
Im April 2006 wurde der Colli Orientali del Friuli Picolit als DOCG klassifiziert. Der Wein war bis Mitte des 18. Jahrhunderts auf den adeligen und kaiserlichen Tischen von ganz Europa zu finden und wurde Chateau d’Yquem gleichgesetzt. Der süße, strohgelbe Dessertwein besitzt ein reichhaltiges Aroma nach Honig, Blumen, Feigen, Äpfeln und Birnen. Er muss aus zumindest 85%, in der Subzone Cialla aus 100% Picolit bianco gekeltert werden. Der Alkoholgehalt muss zumindest 15%, in der Subzone Cialla 16% vol betragen. Zulässiger Höchstertrag ist 22 Hektoliter je Hektar. Ein Ausbau in Holzfass ist erlaubt. Der Wein darf ab 1. September des auf die Ernte folgenden Jahres, der aus der Subzone Cialla nach zwei Jahren und ein Riserva nach vier Jahren verkauft werden.
Weiße Rebsorten
Cividin, Glera, Malvasia istriana, Ribolla gialla, Sciaglien, Tocai Friulano, Verduzzo friulano, Vitovska, Mueller-Thurgau, Chardonnay, Moskato giallo,Pinot bianco, Pinot grigio, Riesling, Sauvignon blanc, Traminer aromatic,
Für Süßwein: Moskato rosa, Picolit, Ramandolo, Ucelut, Verduzzo friulano “dorato”
Rote Rebsorten:
Cjanorie, Cjavalagjan, Forgjarin, Oselot, Piculit neri, Pignolo, Refosco dal Peducolo rosso,Refosco di Faedis, Refosco istriano, Schioppettino, Tazzelenghe, Terrano,Cabernet, Cabernet franc, Cabernet sauvignon, Franconia, Malbec, Merlot, Pinot nero,